Judo in Steinheim · Trainingsstätte · Trainerin · Trainingszeiten
»Lebenslauf«
Artikel im Journal der Ludwigsburger Kreiszeitung, Ausgabe Januar 2007

»Lebenslauf«

2004 Gründung in Steinheim an der Murr
2005 (April) Aufnahme des Trainingsbetriebs
2007 erste Teilnehmer bei Deutschen Meisterschaften u17
2008 erste Teilnehmerin bei Europameisterschaften u17
2008 erste Teilnahme bei Deutschen Mannschaftsmeisterschaften u17
2009 erste Teilnehmer bei Weltmeisterschaften u17 und EYOF
2010 Start in die Bezirksliga der Männer (3. Platz)
2010 circa 120 Mitglieder, davon etwa 100 Kinder und Jugendliche

Das JudoTeam Steinheim wurde 2004 gegründet und gehört in-zwischen zu den erfolgreichsten deutschen Judo-Vereinen im Jugendbereich. Mittlerweile hat der Verein ca. 120 Mitglieder – zum überwiegenden Teil sind dies Kinder und Jugendliche.
Im Jahr 2005 konnte der Trainingsbetrieb in einer von engagierten Eltern in Eigeninitiative ausgebauten ehemaligen Industriehalle aufgenommen werden.
Das Angebot des Vereins bietet Judo-Freunden von drei bis 99 Jahren Trainingsmöglichkeiten. Die Drei- bis Fünfjährigen sind bei den »Judo-Mäusen« gut aufgehoben und erkunden die Judomatte bei ersten spielerisch-sportlichen Bewegungen. Für die Kinder und Jugendlichen bietet der Verein ein weites Spektrum vom Breiten- bis zum Leistungssport an.
Darüber hinaus bietet das JudoTeam Steinheim zahlreiche Aktivitäten an, um das soziale Miteinander zu fördern. Dazu gehört neben Erlebnistagen, Ausflügen und Zeltlagern auch das Engagement bei gemeinnützigen Veranstaltungen. Schulische Unterstützung finden die jungen Judoka bei der Hausaufgaben- und Lernbetreuung. Der Verein arbeitet eng mit der Partnerschule des Sports Otto-Hahn-Gymnasium in Ludwigsburg zusammen.
Das JudoTeam wird vom einem Jugendförderverein in seiner Tätigkeit unterstützt.

 

Ein Sport, der den Körper und den Charakter stärkt
Heimlich, still und leise entwickelt sich Judo in Steinheim neben Tischtennis und Handball zur Hauptsportart

Steinheim – (pat) Steinheim gilt als Tischtennis- und Handballhochburg. Heimlich, still und leise hat sich aber noch ein ganz anderer Verein einen Namen in der Sportwelt gemacht: das JudoTeam Steinheim. Die Judokas sind nicht nur sportlich aktiv, sondern beeindrucken auch – etwa beim Einsatz für eine eigene Halle – mit viel ehrenamtlichem Engagement.

»Innerhalb weniger Jahre sind wir einer der stärksten Judovereine im Jugendbereich in Baden-Württemberg geworden«, erzählt Thomas Walter, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, stolz. Dabei hat alles im Kleinen angefangen. 1997 bot Trainerin Beatrix Kästle in einem Fitnessstudio in Steinheim zunächst zwei Kurse an. Sie macht Judo schon von Kindesbeinen an und erwarb mit 16 Jahren die erste Trainerlizenz. Heute besitzt sie die Trainer-A-Lizenz. Dank ihrer Kompetenz und ihres Engagements fanden immer mehr Kinder zum Judo. »Es hat sich herumgesprochen, dass Judo mehrere Trainingsaspekte beinhaltet«, weiß Walter.

Der große Vorteil von Judo sein, dass der ganze Körper trainiert werde, die Kinder dadurch beweglicher werden. Ebenfalls wichtig für die Entwicklung: »Die Jugendlichen lernen, Regeln einzuhalten, erfahren, was Fairness bedeutet, und lernen, sich zu konzentrieren.« Auch Werte wie Kameradschaft, Teamgeist oder die Fähigkeit, verlieren zu können, gehören dazu. Zudem ist Judo ein Sport, den auch scheinbar unsportliche oder beleibtere Kinder ausüben können. »Gerade schwerere Kinder sind bei uns viel mehr anerkannt, da auch in verschiedenen Gewichtsklassen gekämpft wird«, weiß Kästle. Nicht zuletzt ist Judo gut fürs Selbstbewusstsein, das Auftreten wird gestärkt. »Die Kinder können sich zwar nicht auf der Straße verteidigen, aber schon alleine von der Ausstrahlung her kommen sie gar nicht in die Operrolle«, weiß die 38-jährige.

Vor einigen Jahren nahm das JudoTeam an den ersten Wettkämpfen teil und rollte aus dem Nichts das Feld kurzerhand von hinten auf. Im vergangenen Jahr wurden die 12- bis 13-jährigen Jungen Süddeutsche Meister, dieses Jahr wurden die Mädchen Dritter bei den Süddeutschen und in den Einzelkämpfen gab es vier Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille. »Damit waren wir der erfolgreichste süddeutsche Verein«, weiß Walter.

Ein wesentlicher Grundstein für den Erfolg wurde bereits vor zwei Jahren gelegt: da koppelte sich das JudoTeam vom Fitnessstudio ab, mietete eine Fabrikhalle an und baute diese zur Judo-Sporthalle um. »Als wir die Halle mieteten, war sie schmutzig, dunkel und ungemütlich.« Mit vereinten Kräften machten sich die Mitglieder daran, sie umzubauen. Sie zogen eine Decke ein, isolierten die ganze Halle, strichen. Innerhalb eines halben Jahres konnten die Aktiven bereits darin Sport treiben. Ein Ende des Umbaus ist aber auch heute noch nicht in Sicht: Eine zweite Umkleidekabine fehlt noch, die Dusche ist auch noch nicht ganz fertig. Auch von einem Sportboden und neuen Fenstern träumen die Mitglieder. »Bis jetzt haben wir die Matten auf dem nackten Betonboden.« Eine Aufenthaltsecke mit Teeküche ist ebenso angedacht. »Das Training ist bei den älteren Kindern sehr zeitintensiv, deshalb wollen wir in Zukunft auch eine Hausaufgabenbetreuung anbieten.«

Denn Judo ist noch mehr als Sport. Trainerin Beatrix Kästle ist es wichtig, das Sozialverhalten der Kinder und Jugendlichen zu stärken. »Die Jugendlichen sollen einen Ansprechpartner haben, bei dem sie ihre Sorgen loswerden können, sich aber auch untereinander austauschen können.« So haben sie etwa die Möglichkeit, in der Halle Tischtennis oder Tischfußball zu spielen. Ausflüge und Feste sind fester Bestandteil des Vereinslebens. Als »Belohnung« für das anstrengende Training gehen die jungen Judokas gemeinsam auf Skifreizeit, ins Zeltlager, zum Klettern, zum Radfahren, zum Schwimmen, zum Kanufahren, zum Wandern. »Beatrix Kästle steckt voller Ideen und ist Trainerin mit Leib und Seele«, lobt Thomas Walter.

So sind aus den anfangs 20 Kindern inzwischen rund 80 geworden. Die Erwachsenengruppe und die Judo-Mäuse zwischen drei und fünf Jahren noch gar nicht mitgerechnet. Und es sollen noch mehr werden. Auch wenn Judo in Deutschland sicherlich nicht wie in Frankreich zum Nationalsport Nummer 1 wird.

»Unteres Bottwartal«
Journal der Ludwigsburger Kreiszeitung
Ausgabe Januar 2007