05./06. Juli 2008
 Sommer zeigt Nerven bei ihrer ersten EM-Teilnahme

Carina Sommer hatte sich riesig über die Nominierung zu den Europameisterschaften der Jugend unter 17 Jahren in Sarajevo gefreut. Nach Hause kehrte sie mit Platz elf und jeder Menge Erfahrung zurück.

Mit 423 Judoka aus 43 Nationen waren die bisher stärksten Europameisterschaften dieser Altersklasse. Auf keinen Fall wollte sie jemanden enttäuschen, nicht die Bundestrainerin Sandra Schwalbe, nicht die Heimtrainerin Trixi Kästle, nicht die Eltern und nicht ihre Trainingskameraden vom JudoTeam Steinheim, welche die EM live im Internet verfolgten. Vielleicht war der Druck für die junge Sportlerin zu groß, wollte sie doch die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen.

Donnerstag war Anreise - mit den Flügen klappte alles, das Gewicht war abends in der Wettkampfhalle auch kein Problem. Die Waage zeigte 47,8 Kilogramm. Am Freitag war für Sommer der Wettkampftag, gekämpft wurde in der olympischen Eishalle von 1984.

Beim Aufwärmen lief alles noch optimal, die Anspannung stieg aber über das normale Maß hinaus. Im ersten Kampf traf sie auf die Slowenin Fitore Zenuni. Eigentlich für Sommer eine machbare Aufgabe, doch die Nerven lagen blank. Ein schlechter Wurfansatz von Sommer wurde von der Slowenin mit einer Aushebetechnik beantwortet, was Zenuni eine hohe Wertung einbrachte. Der Rückstand konnte Sommer nicht wach rütteln und so kam die Slowenin mit der gleichen Technik sofort nochmals zum Erfolg.

Sommer konnte sich vor den Trostrundenkämpfen etwas sammeln und mit einem Sieg über die Slowakin Andrea Krisandova durch Armhebel kehrte auch der Optimismus zurück.
Mit einer großen Innensichel und einem Haltegriff kam sie bei Aurelija Gotto aus Litauen zum Erfolg. Im nächsten Kampf wartete mit Kathrin Frey aus der Schweiz eine Angstgegnerin auf Sommer.

Gegen die starke Schweizerin hatte sie schon heiße Duelle ausgefochten. Sommer begann den Kampf, arrangiert und zielbewusst. Eine Abtauchtechnik von Frey glaubte sie stehen zu können, aber nach einer kleinen Wurfunterbrechung schob die Schweizerin noch etwas nach und Sommer musste eine mittlere Wertung abgeben. Zu allem Überfluss geriet sie noch in einen Haltegriff, aus dem sie sich nicht mehr befreien konnte. Schade für Carina Sommer, dass ihre erste EM-Teilnahme mit keiner vorderen Platzierung gekrönt war, aber Carina Sommer lässt sich nicht unterkriegen und hat schon nächste Ziele im Visier. Im nächsten Jahr will sie schnell eine Altersklasse höher, bei den Juniorinnen, Fuß fassen.

Das Deutsche Nationalteam konnte sich über ein erfolgreiches Abschneiden freuen - in der Nationenwertung erreichten sie Platz zwei. Mit drei Europameisterinnen und vier Bronzemedaillen im Gepäck kehrten sie nach Deutschland zurück.

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