10. Mai 2008
 Alessa Sommer wird als jüngste Internationale Deutsche Meisterin

Souverän erkämpfte sich Alessa Sommer vom JudoTeam Steinheim den Meistertitel in der Klasse bis 40 Kilogramm und Steffen Hoffmann holte sich Silber in der Klasse bis 43 Kilogramm. Carina Sommer wird für die Europameisterschaften nominiert.

Bei den Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaften der Jugend unter siebzehn Jahren in Berlin waren über 850 Judoka aus 24 Nationen am Start. Das Turnier ist bei der Europäischen Judounion ein A-Turnier und wird von den Nationen zur Nominierung für die Europameisterschaften genutzt.

Das JudoTeam Steinheim war der einzige deutsche Verein, der zwei Finalisten stellte. Bei den Jungen dominierte Russland das Geschehen und bei den Mädchen kämpften Deutschland, Niederlande und Russland überwiegend um die Medaillen.

Alessa Sommer kam in ihrem ersten Kampf vorzeitig gegen Sarah Vogel aus Thüringen mit einer Fußtechnik und einem Innenschenkelhüftwurf zum Erfolg. Die Russin Evgeniya Demintseva bezwang sie mit einem sauber herausgearbeitete Haltegriff. Im Kampf um den Finaleinzug traf sie auf die starke Türkin Ebru Sahin. Mit einer Fußfegetechnik kam die erst vierzehnjährige zum Erfolg und konnte die mittlerer Wertung bis zum Ende des Kampfes verteidigen. Im Finale traf sie auf die ebenfalls zwei Jahre ältere Holländerin Suzanne Zegers. Mit keinem Wurfansatz kam das Steinheimer Judotalent gegen die physisch starke Konkurrentin zum Erfolg, auch die Verlängerung brachte für beide keinen wertbaren Zähler. Der Kampfrichterentscheid durch die drei Mattenrichter fiel mit 3:0 zu Gunsten von Sommer aus, die in diesem Kampf eindeutig die aktivere Kämpferin war.

Steffen Hoffmann startet mit einem vorzeitigen Sieg gegen den Schweizer Florian Droux durch einen Hüftfeger in das Turnier. Maximilian Hoock aus der Pfalz zwang er nach zwei Würfen noch mit Armhebel zur Aufgabe. Gegen den Holländer Kevin Marczyk kam er nach wenigen Sekunden mit seiner Spezialtechnik, einem Innenschenkelhüftwurf zum Erfolg. In das Finale zog er wiederum vorzeitig ein. Mit einer Abtauchtechnik kam er gegen Kevin Geys vom belgischen Nationalteam zum Erfolg. Im Finale wartete ein weiterer Belgier. Adrien Quertimont zeigte sich als sehr standhaft, ununterbrochen attackierte der Steinheimer seinen Gegner, kam aber nicht zum Erfolg. Ein Wurfansatz wurde vom Belgier gekontert und Hoffmann rannte der mittleren Wertung ohne Erfolg hinterher und musste nach tollen Siegen eine knappe Niederlage einstecken.

Carina Sommer und Stephanie Aschenbrenner waren in der Klasse bis 48 Kilogramm an den Start gegangen. Beide konnten ihren ersten Kampf jeweils gegen eine Holländerin für sich entscheiden. Sommer schaffte den Ausgleich gegen Christine Huck aus Österreich, musste dann nochmals eine kleine Wertung abgeben und schied aus. Auf die Europameisterin des letzten Jahres traf Aschenbrenner. Gegen die zwei Jahre ältere Tugba Zehir aus der Türkei war sie jedoch noch chancenlos und musste das Turnier ebenfalls als Zuschauerin weiter verfolgen.

Petra Lintzen, bis 63 Kilogramm, kam an diesem Tag nicht in Fahrt. Nach zwei mühevollen Siegen gegen Zivile Kristopaityte aus Litauen und Anna Traus aus Brandenburg musste sie eine Niederlage gegen Lea Reimann aus Nordrhein-Westfalen einstecken.

Oliver Kästle, bis 66 Kilogramm, war mit 83 Teilnehmern in einer der stärksten Gewichtsklassen am Start und nach einer Niederlage gegen Kjeldsen Troest aus Dänemark war es für ihn schon vorbei.

Während des internationalen Trainingscamps wurde von Bundestrainerin Sandra Schwalbe die Nominierung für die Europameisterschaften bekannt gegeben. Carina Sommer wird in der Klasse bis 48 Kilogramm für Deutschland an den Start gehen. In der Klasse bis 63 Kilogramm hat sich Schwalbe noch nicht entschieden, Petra Lintzen fehlt noch der internationale Nachweis, diesen kann sie beim letzten EJU-Turnier nächste Woche in Polen erbringen. Alessa Sommer ist leider für die EM noch ein Jahr zu jung, hat aber im nächsten Jahr die Chance auf eine Teilnahme. Steffen Hoffmann ist zu leicht - bei den europäische Titelkämpfen geht es erst ab der Klasse bis 50 Kilogramm los.

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